Für ausländische Manager und hochqualifizierte Fachkräfte, die in der Tschechischen Republik tätig sind, war die Frage der Lohnzahlung in einer Fremdwährung (z. B. EUR oder USD) lange Zeit administrativ kompliziert. Dank der jüngsten Gesetzesänderungen – der sogenannten „Flexi-Novelle“ des Arbeitsgesetzbuches – ist dieser Prozess nun deutlich zugänglicher geworden und spiegelt die Bedürfnisse des modernen internationalen Arbeitsmarktes wider.
Wenn Sie in Erwägung ziehen, Ihr Gehalt in einer anderen Währung als der Tschechischen Krone zu vereinbaren, finden Sie hier einen Überblick über die wichtigsten Aspekte.
Neue Regeln für die Lohnzahlung in Fremdwährung
Die Änderungen des Arbeitsgesetzbuches bieten nun mehr Rechtssicherheit bei der Vereinbarung von Löhnen in Fremdwährungen für bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern (einschließlich Expats mit Auslandsbezug). Die wichtigsten Regeln sind:
- Vertragsfreiheit: Das Gesetz erlaubt nun ausdrücklich die Vereinbarung von Löhnen in Fremdwährungen, sofern dies für beide Parteien vorteilhaft ist und durch einen gültigen Arbeitsvertrag gestützt wird.
- Währungstransparenz: Bei der Lohnzahlung in Fremdwährung müssen die von der Tschechischen Nationalbank veröffentlichten Devisenkurse verwendet werden. Obwohl das Gehalt in Fremdwährung vereinbart ist, müssen alle gesetzlichen Abgaben (Sozial- und Krankenversicherung, Einkommensteuer) in der Tschechischen Republik immer in CZK ausgewiesen und abgeführt werden.
- Einhaltung des Mindestlohns: Der vereinbarte Lohn darf niemals unter dem aktuell geltenden Mindestlohn liegen, der nach tschechischem Recht festgelegt ist.
Der Mindestlohn im Jahr 2026
Für das Jahr 2026 ist der Mindestlohn auf 22.400 CZK pro Monat festgesetzt (bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden).
Zwei Punkte sind dabei besonders hervorzuheben:
- Abschaffung des „garantierten Lohns“: Zum 1. Januar 2025 wurde das Institut des sogenannten „garantierten Lohns“ im privaten Sektor vollständig abgeschafft. Früher musste der Lohn der Komplexität und Verantwortung der Tätigkeit entsprechen (Einteilung in Gehaltsgruppen). Nun sind Arbeitgeber im Privatsektor nicht mehr an diese Einteilung gebunden; die einzige Untergrenze bleibt der Mindestlohn. (Hinweis: Der Begriff „garantiertes Gehalt“ bleibt nur für den Staats- und öffentlichen Dienst erhalten.)
- Automatische Valorisierung: Der Mindestlohn unterliegt nicht mehr jährlichen politischen Verhandlungen, sondern einem automatischen Valorisationsmechanismus. Ziel ist es, bis 2029 47 % des Durchschnittslohns der nationalen Wirtschaft zu erreichen, was eine größere Vorhersehbarkeit für Arbeitnehmer und Unternehmen gewährleistet.
Warum ein Gehalt in Fremdwährung wählen?
Für Expats bringt diese Regelung vor allem den Wegfall des Wechselkursrisikos. Manager, die finanzielle Verpflichtungen (z. B. Hypotheken, Investitionen oder Familienausgaben) primär in Euro oder Dollar haben, können nun ihre persönlichen Finanzen besser planen, ohne die Volatilität des CZK-Wechselkurses gegenüber ihrer Heimatwährung fürchten zu müssen.
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